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Alles Wichtige über SDTV, HDTV, Ultra-HD und 4k

Bei all diesen Begriffen geht um die Bildauflösung, also die Zahl der Bildpixel in vertikaler und horizontaler Richtung. Das Kürzel HDTV steht für "High Definition Television". Das Gegenteil dazu wäre SDTV, d. h. "Standard Definition Television".

SDTV steht maximal für die PAL-basierte Auflösung von 720 x 576 Pixeln. Jedes Videosystem, dessen Auflösung höher ist, bezeichnet man als HDTV. Aktuell sind als HD-Auflösungen vorwiegend 1280 x 720 und 1920 x 1080 Pixel gebräuchlich. Letztere nennt sich in der Werbesprache auch gern "Full HD".

Die aktuelle Fernseher-Generation verdoppelt "Full HD" noch in beiden Richtungen und kommt so auf die vierfache Auflösung, also 3840 x 2160 Pixel. Das nennt sich dann "Ultra HD" (UHD) oder manchmal auch "Quad High Definition" (QHD).

Das Kürzel "4k" stammt eigentlich aus der digitalen Kinotechnik und bezeichnet einen etwas abweichenden Standard für Kinofilme. Trotzdem hat sich "4k" auch für ultrahoch auflösende Fernseher und Videokameras eingebürgert. Mit "4k" ist in der Praxis also oft dasselbe gemeint wie mit "Ultra HD".

Geschichte von HDTV

Das Fernsehen der Anfangszeit war ein analoges Verfahren in Standardauflösung. (Genau genommen, gab es nur eine festgelegte Zahl von Zeilen, also eine Vertikalauflösung; eine feste Horizontalauflösung gibt es in den analogen Fernsehnormen prinzipbedingt nicht.)
Ab den späten 1980ern gab es einzelne Versuche mit analogem hochauflösendem Fernsehen, d. h. mit einer höheren Zeilenzahl und ingesamt deutlich schärferem Bild. Durchsetzen konnten sich entsprechende Normen in Deutschland und Europa aber nie.
Erst Ende 2005 gingen schließlich die ersten regulären HDTV-Kanäle in Deutschland an den Start - jetzt natürlich in digitaler Technik.

Inzwischen hat sich in ganz Europa ein Standard für digitales HDTV und Ultra-HDTV durchgesetzt und löst die herkömmliche Ausstrahlung ab.

Auflösung gegen Vollbilder/Halbbilder

Neben der Auflösung gibt es noch eine weitere technische Unterscheidung: die zwischen Vollbildverfahren (progressiv) und Halbbildverfahren (interlaced).

Das Halbbildverfahren ist ein Relikt aus der Zeit der Bildröhren: Um das Flimmern zu reduzieren, wurden damals statt 25 Vollbildern pro Sekunde 50 Halbbilder übertragen, also um 1/50 Sekunde zeitversetzt zuerst die ungeraden und dann die geraden Zeilen des Bildes auf die Bildröhre geschrieben.
Da heutige LCD- und Plasmaschirme nicht flimmern, bräuchte man diesen Trick eigentlich nicht mehr und könnte einfach 25 Vollbilder pro Sekunde senden. Allerdings bringt das Halbbildverfahren als angenehmen Nebeneffekt auch eine bessere Bewegungsauflösung mit sich: Durch die 50 unterschiedlichen Bewegungsstufen pro Sekunde läuft das Bild flüssiger als ein Film mit nur 25 Bildern pro Sekunde. Gerade für Sportübertragungen und andere Inhalte mit schnellen Bewegungen ist das sehr vorteilhaft.

Bei der Festlegung der HDTV-Normen wollte man nicht die Vorteile dieser 50 Bewegungsstufen pro Sekunde verlieren. Ein Verfahren mit 1920 x 1080 Pixeln und 50 Vollbildern pro Sekunde wäre das Optimum gewesen und hätte fast alle Bedürfnisse abgedeckt, scheiterte damals jedoch an Engpässen bei den Übertragungs-Bandbreiten.
Stattdessen haben sich in Europa zwei "kastrierte" Sendenormen herausgebildet, die jeweils andere Kompromisse eingehen: 1280 x 720 Pixel mit 50 Vollbildern pro Sekunde (auch 720/50p genannt) und 1920 x 1080 Pixel mit 50 Halbbildern pro Sekunde (auch als 1080/50i oder neuerdings als 1080i/25 bezeichnet). Der DVB-Standard schreibt beide Normen fest; übliche HD-Receiver und Fernsehgeräte können beide Normen gleichermaßen wiedergeben.

Auch eine Sendenorm für 1080/50p sowie Sendenormen für Ultra-HD in 3840 x 2160 Pixeln werden inzwischen von allen neueren Empfangsgeräten unterstützt. Zudem gibt es mit Ultra-HD nur noch Vollbilder.

Bis heute nutzen die meisten linearen (Satelliten-)Sender in Europa entweder 1080/50i oder 720/50p. Beide Normen haben ihre theoretischen Stärken und Schwächen.
Für Sportübertragungen und generell Aufnahmen mit schnellen Bewegungen ist 720/50p besser; zwar steht hier mit 1280 x 720 Pixeln eine vergleichsweise geringe Auflösung zur Verfügung, aber diese Auflösung bleibt - anders als bei halbbildbasierten Verfahren - auch während der Bewegung voll erhalten.
Für ruhige Studioaufnahmen und Spielfilme hat hingegen 1080/50i gewisse Qualitätsvorteile. Aufgrund des Halbbildverfahrens halbiert sich hier zwar die nutzbare Auflösung während schneller Bewegungen, aber in ruhigen Sequenzen (insbesondere im Studio bei fixierter Kamera) oder mit Spielfilmen (die eh nur aus 25 Vollbildern pro Sekunde bestehen) bleibt die komplette Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln bestehen. In der Praxis spielt für 1080/50i auch eine große Rolle, wie gut der sogenannte Deinterlacer des Fernsehgerätes arbeitet: Mit modernen Deinterlacern, die das Bild sorgfältig analysieren, kann 1080/50i sogar in bewegten Aufnahmen einen Tick schärfer aussehen als 720/50p.
Der größte und eigentliche Vorteil von 1080/50i liegt aber zweifellos im Marketing: Die 1080er-Auflösung lässt sich gegenüber der 720er-Auflösung als Vorteil verkaufen - obwohl sie in Verbindung mit dem Interlace-Verfahren gar keiner ist. Die Werbestategen haben dafür sogar einen einprägsamen Begriff erfunden: Full-HD. (Die technische Bedeutung von echten Vollbildern ist für Laien wesentlich abstrakter und daher als Werbeargument nicht so plakativ wie die Auflösung.)

In Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich schon Anfang der 2000er-Jahre die öffentlich-rechtlichen Sender auf das 720/50p-Format festgelegt, während die Privatsender in 1080/50i senden. Dabei ist es bis heute geblieben.
Würde jeder Sender konsequent nur sein eigenes Format benutzen, wäre das kein Problem. Im Alltag passiert es aber häufig, dass Material vom einen in das andere Format konvertiert werden muss - wodurch man dann die Nachteile beider Formate kombiniert. Gerade die öffentlich-rechtlichen Sender rufen unter Fachleuten viel Kopfschütteln hervor, weil sie ihr Programm in Ermangelung echter 720/50p-Kameras fast nur noch in 1080/50i produzieren, aber immer noch in 720/50p senden. Das ergibt eigentlich keinen Sinn.
Das modernere Format 1080/50p wird zwar mittlerweile terrestrisch via DVB-T2 gesendet, ist dort aber in Wirklichkeit nur von 720/50p oder 1080/50i hochskaliert. Ob unser lineares Fernsehen jemals zu einer nativen 1080/50p-Ausstrahlung oder gar zu 2160/50p (Ultra-HD) übergeht, darf mittlerweile bezweifelt werden.
Zur Wahrheit gehört, dass die meisten Zuschauer solche Unterschiede gar nicht bemerken - und ohne genaue Fachkenntnis auch gar nicht bemerken können. Der Auflösungs-Unterschied zwischen nativen 1280 x 720 Pixeln und 1920 x 1080 Pixeln bleibt meist unsichtbar, und sogar von 1080i nach 720p umgewandeltes Programm sieht nicht unbedingt schlechter aus als nativ gesendetes. Das liegt an den üblichen Betrachtungsabständen und auch daran, dass alle Programme bei der Ausstrahlung stark komprimiert werden, um Übertragungskapazität zu sparen. Feine Details und Bewegungen verschwimmen dann so oder so.

Aktuelles Senderangebot

Die analoge Ausstrahlung im Kabelfernsehen war noch SDTV - aber das analoge Kabelfernsehen wurde ja inzwischen überall abgeschaltet. Analoges HDTV wäre technisch durchaus möglich gewesen, ist aber in Deutschland nie über die Experimentierphase hinausgekommen.

In digitaler Technik sind heute hauptsächlich SDTV und HDTV verfügbar (und nur zu einem geringen Teil UHD). Digitales SDTV kann ein Seitenverhältnis von 4:3 oder 16:9 haben - wobei 4:3 im deutschsprachigen Raum fast ausgestorben ist. Digitales HDTV und UHDTV haben von vornherein das Seitenverhältnis 16:9.

Auf den HD-Sendern ist übrigens nicht jede Sendung echtes HDTV. Ältere Sendungen sind immer noch SDTV-Material, das lediglich auf HD-Auflösung hochskaliert wurde. Daneben gibt es auch alte Filme und Serien, die für HD neu "gemastert" wurden, indem das alte Filmnegativ neu abgetastet und aufbereitet wurde. Solche Sendungen sehen zwar nicht aus wie heutiges HDTV, aber doch wesentlich besser als hochskaliertes SDTV.

Die öffentlich-rechtlichen Sender sind inzwischen komplett HD und frei empfangbar. Das gilt für Kabel, Satellit und Terrestrik.

Die werbefinanzierten Privatsender RTL, Vox, Sat 1, Pro 7, Kabel 1 etc. sind als HD-Versionen auf der Satellitenplattform "HD Plus" zu sehen - leider jedoch "grundverschlüsselt", so dass man ein Entschlüsselungsmodul sowie eine freigeschaltete Smartcard braucht (Näheres hierzu auf meiner Seite zu HD Plus). Ähnliches gilt in den Kabelnetzen und auf DVB-T2.

Neben den frei empfangbaren und grundverschlüsselten Sendern gibt es ein HD-Angebot des Pay-TV-Anbieters Sky. Auch Sky HD ist über Astra-Satelliten sowie fast alle Kabelnetze empfangbar.

Das Angebot in Ultra-HD hält sich weiterhin in Grenzen. Es gib nur einige Vorreiter im Pay-TV-Bereich (z. B. Sport-Übertragungen) und unter Shoppingsendern. Deutlich häufiger findet man UHD im Angebot der Streaming-Anbieter, aber nicht in der linearen Ausstrahlung. Es wurden auch schon einzelne UHD-Filme bei den Öffentlich-Rechtlichen produziert; tatsächlich in UHD-Auflösung sehen konnte man sie aber auch nur über die Mediatheken im Internet.
Hoffnung auf baldige flächendeckende Einführung von Ultra-HD braucht man sich nicht mehr machen. Im linearen Fernsehen wird das voraussichtlich gar nicht mehr passieren. Inwieweit es im Streaming-Bereich zum Standard wird, bleibt abzuwarten.
Die Fachleute sind sich auch durchaus noch uneinig über den Nutzen so hoher Auflösungen (siehe Abschnitt "Fernseher" weiter unten). Die öffentlich-rechtlichen Sender wollten als Zwischenschritt eigentlich mal auf 1080/50p umstellen – aber selbst das ist mittlerweile unwahrscheinlich.

Empfangsanlage und HDTV-Receiver

Jede gewöhnliche Sat-Anlage die die 4 ZF-Ebenen der Astra-Satelliten empfangen kann, ist automatisch fit für HD und Ultra-HD - denn es wurden hierfür keine neuen Frequenzbereiche erschlossen. Eher schmunzelnd kann man betrachten, wenn Hersteller auf ihre Multischalter und LNBs draufschreiben "für HDTV geeignet" oder "Ultra-HD-Ready", so als sei dies eine Besonderheit.

HDTV-Receiver sind heute mit Preisen ab 40 Euro recht erschwinglich. Etwas teurer sind die guten Geräte mit zwei Tunern und Festplatte und/oder USB-Aufnahmeoption. Noch etwas teurer (und in der Praxis oft unnötig) sind die aktuellen UHD-Receiver.
In vielen Fällen kann man heute sogar auf externe Receiver verzichten: Die Fernseher der letzten Jahre haben praktisch alle schon UHD-taugliche DVB-S2-Tuner eingebaut.

Bei Receivern muss man ferner unterscheiden zwischen solchen für Kabelempfang (DVB-C), solchen für Satellitenempfang (DVB-S2), solchen für Terrestrik (DVB-T2) und solchen für Empfang via Internet (IP-TV). Nur bei den eingebauten HD-Tunern der Fernsehgeräte kann man sich die Unterscheidung oft sparen; hier werden überwiegend Triple-Tuner angeboten, die HD-Empfang über Kabel, Antenne und Satellit erlauben.

Die Logos "HD Ready" und "Full-HD"

Um Fernsehgeräte zu kennzeichnen, die problemlos mit HDTV-Receivern zusammenarbeiten, wurde einst herstellerübergreifend das "HD Ready"-Logo entworfen. Es garantiert eine bestimmte Mindestauflösung, die Unterstützung der wichtigsten Videoformate sowie das Vorhandensein einer digitalen HDMI-Schnittstelle.
(Zwar geben HDTV-Receiver auch noch über Scart herkömmliche PAL-Signale aus, aber das ist nur eine Notlösung für Besitzer älterer Fernsehgeräte. In diesem Fall sieht man nämlich nichts von der höheren Auflösung.)

Ganz billige Fernseher mit dem Logo "HD Ready" haben noch eine physikalische Auflösung von 1280 x 720 oder 1366 x 768 Pixeln. Die meisten heutigen Geräte lösen 1920 x 1080 Pixel auf. In der etwas gehobenen Preisklasse sind mittlerweile Ultra-HD-Geräte mit 3840 x 2160 Pixeln üblich.

Leider hat sich in die Begrifflichkeiten ein dummer Irrtum eingeschlichen: Viele Leute glauben heute, das Logo "HD Ready" stünde nur für die "kleine HD-Auflösung" von 1280 x 720 Pixeln. So hat sich auch der irreführende Begriff "HD-Ready-Auflösung" verbreitet.
Tatsächlich aber bestimmt das Logo "HD Ready" nur Minimalstandards für Fernsehgeräte und schließt eine hohe Auflösung keineswegs aus: Selbst ein Ultra-HD-Gerät dürfte theoretisch mit "HD Ready" gekennzeichnet sein.

Es gibt ein weiterentwickeltes Prädikat "HD Ready 1080p", wo als Mindestauflösung 1920 x 1080 und weitere neue Aspekte vorgeschrieben wurden; allerdings hat sich "HD Ready 1080p" bei den Kunden nie richtig durchgesetzt - vielleicht auch wegen des Vorurteils, "HD Ready" stünde für niedrige Auflösung.

Stattdessen hat sich überall das Pseudo-Prädikat "Full-HD" etabliert. Der Begriff "Full HD" und die dazu passenden Logos sind aber nichts weiter als Marketing-Aussagen der Hersteller; es gibt nämlich für "Full HD" keine exakten, herstellerübergreifenden Mindestanforderungen, auf die man sich verlassen könnte.
Ähnlich wiederholt sich das Spiel heute mit "Ultra HD" oder "4k". Man muss also immer ganz genau hinschauen, was tatsächlich drin ist.

Fernseher

HDTV und UHDTV brauchen große Fernsehgeräte. Ohne großen Fernseher und/oder kurzen Betrachtungsabstand ist eine höhere Auflösung schlicht und einfach sinnlos. Bei den kleinen Bilddiagonalen und großen Betrachtungsabständen, die sich früher in vielen Wohnzimmern eingebürgert hatten, würde man in vielen Fällen vom gewohnten Sitzplatz aus gar keinen Unterschied zwischen SDTV und HDTV sehen können – von UHDTV ganz zu schweigen.
Aus wohnzimmertypischen Betrachtungsabständen muss ein Fernseher schon einigermaßen groß sein, damit man die Vorteile voller HD-Auflösung genießen kann. 1920 x 1080 Pixel auf einem 80-cm-Fernseher sieht aus 4 Metern Distanz nämlich nicht mehr anders aus als 1280 x 720 Pixel, selbst wenn der Zuschauer sehr gute Augen hat. Und noch mehr gilt das für Ultra-HD mit 3840 x 2160 Pixeln: Erst auf nochmal deutlich größerer Bildfläche oder aus deutlich kürzerer Entfernung (und sofern auch das Quellmaterial gut genug ist) hat man mögliche Vorteile von der hohen Auflösung.

Im Fall der Ultra-HD-Geräte sieht man die höhere Auflösung sofort, wenn man nah ans Gerät herangeht - so wie das bei typischen Vorführungen in den Elektronik-Märkten üblich ist. Aber im Alltag sitzt man zum Fernsehschauen doch eher auf dem Sofa und somit mindestens zwei oder drei Meter entfernt, und dann ist der Vorteil nicht mehr unbedingt bemerkbar. Entscheidend ist hier der Zusammenhang aus dem Betrachtungsabstand und der Sehschärfe des menschlichen Auges. Das ist auch der Grund, warum viele unabhängige Experten am Sinn einer Ultra-HD-Fernsehausstrahlung zweifeln: Wenn die Zuschauer über 99 % der Zeit gar keine Verbesserung sehen, ist der praktische Nutzen im Vergleich zum Aufwand einfach zu gering.
Zum Vergleich: Im digitalen Kino werden immer noch viele Filme in sogenannter 2k-Auflösung und Scope-Format vorgeführt, was gerade mal 2048 x 858 Pixeln entspricht - also noch weniger als "Full HD", und das auf einer riesigen Leinwand. Trotzdem gibt es kaum Klagen über die Bildschärfe - außer vielleicht in den ersten paar Sitzreihen.
Entscheidend ist nie die absolute Größe der Leinwand, sondern immer das Verhältnis aus Leinwandgröße und Betrachtungsabstand. Ultra HD lohnt sich daher am meisten nicht im Kino oder auf dem Fernseher im Wohnzimmer, sondern an Stellen, wo man relativ nah vor einem Bildschirm sitzt - z. B. an einem Computer mit 4k-Monitor.

Die Bedeutung der Auflösung wird oft absichtlich überbewertet, denn sie ist ein sehr beliebtes Marketing-Argument geworden; man kennt das ja von Digitalkameras, die eine Zeitlang mit immer mehr Pixeln beworben wurden. Aber eine Steigerung der Auflösung führt nur bis zu einem gewissen Punkt zu sichtbaren Vorteilen. Wenn ein Sättigungsniveau erreicht ist, verpufft eine weitere Steigerung wirkungslos.
Die Technik-Geschichte zeigt: Die Verbraucher entscheiden sich im Zweifelsfall gegen ein technisch besseres System, wenn es zu wenig Vorteile bietet. So könnte passieren, dass das Interesse an Ultra-HD-Filmen hinter den Erwartungen zurückbleibt, wenn der Praxisnutzen gering ist und sich zugleich die Nachteile (höhere Kosten, Speicherplatz/Bandbreitenbedarf, Übertragungszeit, ruckelige Wiedergabe auf älteren Wiedergabegeräten) bemerkbar machen.

Das heißt nicht, dass Ultra-HD-Fernseher eine komplette Fehlentwicklung wären. Die feinere Pixelstruktur sorgt auch bei hochskaliertem HD-Material für einen homogeneren Bildeindruck und ist von daher ein Fortschritt. Außerdem gibt es ja noch andere Anwendungen als das Fernseh- und Filme-Schauen, z. B. das Betrachten von Fotos oder die Nutzung des Fernsehers als Internet-Zugangsgerät. Da wäre durchaus denkbar, dass man auch mal näher ans Bild herantritt - und sich dann tatsächlich über die gesteigerte Detailauflösung freut.

Alternative HD-Bildquellen

Der Empfang von HDTV-Sendern ist nicht der einzige Weg, einen HD-Fernseher mit hochaufgelöstem Material zu füttern.

Internet-Streaming

Das Internet spielt als Verbreitungs- und Vertriebsweg für Filme heute die größte Rolle. Filme und Serien gibt es hier als kostenpflichtigen Download und/oder Abonnement; hinzu kommen werbefinanzierte Videoportale wie YouTube. Alle Smart-TVs sind schon mit entsprechenden Apps ausgestattet. Für altere Fernseher gibt es Streaming-Boxen und -Sticks. Als Wiedergabegeräte eignet sich ferner auch Smartphones, Tablets und allerhand sonstige Computer.

Dies alles funktioniert natürlich nur dort richtig gut, wo schnelle Internetzugänge zur Verfügung stehen - und das traf in Deutschland früher nur auf wenige Ballungsräume zu. Durch staatliche Förderprogramme ist jedoch schnelles Internet (Festnetz und Mobilfunk) auch in ländliche Gebiete eingezogen und hat den Siegeszug des Streamings weiter befördert.

Blu-ray-Disc

Man kann nach wie vor praktisch jeden Film in guter HD-Qualität auf Blu-ray-Disc (BD) kaufen – auch wenn der Blu-ray-Absatz aufgrund der Streaming-Konkurrenz stark nachgelassen hat und weiter schrumpft. Wobei Blu-ray-Player in deutschen Haushalten ohnehin nie die einstmals hohe Verbreitung von DVD-Playern erreichten.

Der ursprüngliche Blu-ray-Standard hat etliche Einschränkungen, z. B. beherrscht er nicht die Formate 1080/50p und 1080/60p. Lediglich für 3D-Filme wurde der Standard nachträglich leicht erweitert, aber entsprechende Player verkauften sich kaum. Später wurde unter dem Namen "Ultra-HD-Blu-ray" (UBD) noch ein offizieller Nachfolgestandard vorgestellt, der Filme in UHD-Auflösung enthalten kann. Seither gibt es einige Filme neben DVD und Blu-ray auch als UHD-Blu-ray zu kaufen. Das kann aber alles nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich nur noch um sehr kleine Marktnischen handelt.

Fotos über HD-Fernseher anschauen

Ein hochauflösender Flachbildfernseher bietet sich an, um digitale Fotos vorzuführen. Besonders UHD sammelt hier Pluspunkte: Die Wiedergabe von Fotos ist im Grunde eine der wenigen sinnvollen Anwendungen für einen Ultra-HD-Fernseher. Mit 3840 x 2160 Pixeln bekommt man auf riesigen Bildschirmen noch detailscharfe Aufnahmen, oder man kann in alter Diavorführungs-Manier ganz nah an den Bildschirm herantreten und sich Details genauer anschauen - immer vorausgesetzt, das gezeigte Bild ist wirklich so scharf aufgenommen, wie es der Standard erlaubt.

Einen Nachteil hat die Sache gegenüber früheren Diavorführungen: Leider stimmt das Seitenverhältnis der Kameras meist nicht mit 16:9 überein und verursacht daher schwarze Streifen links und rechts (die meisten Digitalfotos werden in 4:3 oder 3:2 aufgenommen - von Hochformaten ganz abgesehen). Das ist nicht zu ändern - es sei denn, man beschneidet die Bilder vorher.

Foto-Wiedergabefunktionen direkt im Smart-TV sind seit Jahren Standard, so dass kaum noch externe Zuspielgeräte nötig sind. Zugespielt werden die Fotos über USB-Speichermedien. Wer will, kann auch eine drahtlose Verbindung zum Smartphone herstellen oder über WLAN auf einen Homeserver zugreifen.

Selber in HDTV filmen

Heute können alle Kameras und Smartphones mindestens in HD filmen, oft auch in UHD. Schnittprogramme gibt es in reicher Auswahl für Computer und sogar für Smartphones. Das Abspielen der Filme erfolgt ganz ähnlich wie die Wiedergabe digitaler Fotos, also z. B. auf Smartphones, Tablets und Notebooks oder natürlich auch am Smart-TV.

Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: März 2026

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